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1. HALBJAHR 2011

Neujahrsempfang in Konstanz vom 21. Januar

  Rund 1000 Gäste, ein gut gelaunter Bundesaußenminister Westerwelle und ein Jubiläum: der vierzigste Neujahrsempfang der IHK und der Handwerkskammer Konstanz war rundherum gelungen. Zum ersten Mal fand der seit 1971 gemeinsam von den Wirtschaftskammern im Konstanzer Konzilgebäude organisierte Empfang an einem Freitagabend statt. Den Gästen gefiel es, und so war der obere Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle waren gespannt auf den Auftritt von Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Der kam und zog gutgelaunt alle Register seiner rhetorischen Begabung. Frei und ohne Manuskript hielt er eine Rede, die dem Mittelstand Mut machen soll. „Es gibt keine bessere Arbeitnehmerpolitik als die Mittelstandspolitik“, sagte Westerwelle in seiner rund 40-minütigen Rede. Zuvor hatten die beiden Kammerpräsidenten Kurt Grieshaber (IHK) und Bernhard Hoch (HWK) auf die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und der Region hingewiesen. Während Hoch in seiner Rede verstärkt auf die Fachkräfteproblematik und die älter werdende Gesellschaft einging, widmete sich Grieshaber der immer stärker zu spürenden Zukunftsskepsis und Technologiefeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft. Man dürfe in Deutschland keine so große Angst vor Großprojekten haben, so der Präsident in seiner Rede (siehe auch gesamte Rede). „Investitionen in Flughäfen oder Bahnhöfe sind Investitionen in unsere Zukunft“, sagte Kurt Grieshaber in seiner viel beachteten Rede.Vizekanzler Westerwelle bezog sich dann auch auf die Reden von Grieshaber und Hoch. Er lobte den Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft und Gesellschaft. 80 Prozent der Arbeitsplätze und 50 Prozent der Steuereinnahmen generiere der Mittelstand, so Westerwelle. Daher müsse die Politik stärker den Mittelstand stützen und nicht den Großkonzernen Subventionen oder Bürgschaften andienen. Als Beispiele für diese Praxis nannte der Bundespolitiker Holtzmann und Opel. Zum Schluss seiner Rede widmete er sich noch der Außenpolitik. Für ihn sei die Stabilisierung des Euro im letzten Jahr wichtiger als Steuersenkungen gewesen, sagte Westerwelle.  Er wünsche sich einen europäischen Patriotismus in Deutschland, Weltoffenheit und Toleranz, so der Außenminister. Im Anschluss des offiziellen Teils, den das Schlagzeugensemble der Musikschule Trossingen musikalisch eindrucksvoll umrahmte, konnten die Gäste dann beim Stehempfang im unteren Konzilsaal noch lange über das Gehörte diskutieren, während der Außenminister schon längst wieder auf dem Weg nach Berlin war.

DOKUMENT-NR. 74434

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