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Illustration

1. HALBJAHR 2010

Neujahrsansprache Schopfheim

Rede des Präsidenten Kurt Grieshaber

zum Neujahrsempfang am Donnerstag, den 14. Januar 2010

in der Stadthalle in Schopfheim

Es gilt das gesprochene Wort)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich hoffe, Sie haben das neue Jahr mit Zuversicht begonnen, sind heute gut gelaunt hierher gekommen und werden diese Stadthalle mit vielen positiven Gedanken wieder verlassen!

Vielleicht können wir ja ein wenig dazu beitragen.

Ich heiße Sie jedenfalls im Namen unserer Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee und unseres Präsidiums ganz herzlich willkommen zum Neujahrsempfang 2010. Dass Sie alle unserer Einladung gefolgt sind, werte ich als Zeichen der Verbundenheit.

Diejenigen von Ihnen, die uns Jahr für Jahr die Treue halten, kennen mein alljährliches Dilemma: Ich freue mich über jeden Gast, kann Sie aber nicht alle namentlich begrüßen. Sie wissen, dass wir Sie alle herzlich eingeladen haben und ich darf Sie deshalb einfach alle miteinander ebenso herzlich willkommen heißen!

Ich weiß, dass Sie unseren Empfang immer gerne dazu nutzen, nachher miteinander ins Gespräch zu kommen. Das dürfen Sie auch heute noch ausführlich tun, denn wie immer ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Meine Damen und Herren,

damit Sie unseren Neujahrsempfang beschwingt und gut gelaunt verlassen werden, haben wir für Sie einen Künstler eingeladen, der Sie mit Auszügen aus seinem Programm vortrefflich unterhalten wird. Ich begrüße an dieser Stelle den Kabarettisten und Comedian Frank Fischer. Seien Sie uns herzlich willkommen!

Meine Damen und Herren,

ich denke, ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Das Jahr 2009 war ein Jahr der Superlative, im Positiven wie im Negativen!

  • Es war ein Superwahljahr mit Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen. Und auch unsere IHK hat ihre neue Vollversammlung für die kommenden fünf Jahre gewählt.

  • Es war ein Jahr der Jubiläen: Das Grundgesetz und damit unsere Bundesrepublik wurden 60 Jahre alt und der Fall der Mauer jährte sich zum 20sten Male.

Doch so sehr man über diese historischen Ereignisse glücklich sein sollte, so sehr lag ein großer Schatten auf unserem Land: die Krise. Sie kam daher als Finanz-, Wirtschafts- oder Bankenkrise. Sie hat sich auf alle Bereiche der Wirtschaft ausgedehnt und sie ist damit die schwerste Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg.

Große klangvolle Unternehmen verschwanden von der Bildfläche. „Märklin pleite!”, „Quelle vor dem Aus!”, „Rosenthal am Ende”, „Arcandor insolvent”, „Opel am Abgrund!” So lauteten die großen Schlagzeilen, die letztes Jahr durch den Blätterwald rauschten. Aber auch viele Unternehmen in unserer Region bekamen die Auswirkungen der Krise mit voller Härte zu spüren. In vielen Wertschöpfungsketten, etwa der Automobilindustrie, schlugen die negativen Entwicklungen ungebremst von oben nach unten durch, im Maschinenbau konnte der weltweite Nachfrageeinbruch nicht abgefangen werden. Nachlassende Investitionsneigung und der Abbau von Lagerbeständen taten ein Übriges, um die Krise noch zu verschärfen. Einige unserer Mitgliedsunternehmen haben wirklich schwere Zeiten hinter sich. Auftragseinbrüche und Kurzarbeit bestimmen noch immer den Alltag vieler Unternehmer und ihrer Beschäftigten.

Lange wurde vom Licht am Ende des Tunnels geredet, von der Talsohle, die es doch wenigstens zu erreichen gelte, von der Bodenbildung am Ende einer beispiellosen Talfahrt. Und lange blieb all dies nicht mehr als ein Wunschdenken ohne belastbaren realen Hintergrund.

Heute, meine Damen und Herren, gibt es diese konkreten Anzeichen für eine Besserung – es gibt ihn, den Hoffnungsschimmer am Firmament:

Die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich auf. Das zeigt unser Konjunkturklimaindex, den wir im vergangenen Spätherbst ermittelt haben. Die Geschäftsaussichten der meisten Branchen entwickeln sich positiv, der Export zieht wieder an, die Talsohle scheint überwunden zu sein.

Dass dabei die Erwartungen den realen Auftragseingängen im positiven Sinne vorauslaufen, ist kein Ausdruck von Realitätsferne oder bloßem Wunschdenken, sondern statistische Normalität. Wenn die Befürchtungen der Krise vorhergehen, dann ist es nur konsequent, dass auch die positiven Erwartungen der Erholung vorauseilen: sie sind die Vorboten der realen Erholung und, meine Damen und Herren, sie sind auch deren Garant. Denn die Stimmung ist wichtig in der Wirtschaft, an der Börse, auf den Märkten und sie ist selbst ein Motor der konjunkturellen Aufholjagd.

Wenn der Trend anhält, können wir sagen: Unsere Region ist mehr als glimpflich davongekommen. Die mittelständische Struktur unserer Wirtschaft, der gesunde Branchenmix, ein stabiler Konsum und vitale grenzüberschreitende Wirtschaftsbeziehungen zu unseren Nachbarn bildeten ein stabiles Fundament! Ein Fundament, das dem Sturm getrotzt, das gehalten hat.

Das Schlimmste sei überstanden, lesen hören und sehen wir denn auch in den Medien. Doch stimmt das wirklich? Haben wir den Tiefpunkt der Krise endgültig überschritten? Geht es von nun an nur noch bergauf? Was werden die Konsequenzen für die Zukunft sein?

Eines ist für mich ganz klar geworden: die Krise zu überwinden, kann nicht heißen, da weiter zu machen, wo wir vorher aufgehört haben und so weiter zu machen, als wäre nichts gewesen. Der Absturz, den die Weltwirtschaft erlitten hat, verlangt nach Konsequenzen. Und zwar nicht nur im Finanzsystem, das zwar der Auslöser, aber lange nicht der alleinige Grund für die weltweite Rezession war. In allen Bereichen unserer Volkswirtschaft muss sich etwas ändern. Die Krise hat in vielen Branchen und Bereichen Defizite aufgedeckt. Nun ist es an der Zeit, diese Defizite aufzuarbeiten und sie zu beseitigen.

Die enormen staatlichen Interventionen, die sogenannten Schutzschirme, die milliardenschweren Rettungsfonds, die Investitionsprogramme, sie alle mögen richtig und notwendig gewesen sein, um die Dynamik einer sich selbst verschärfenden Krise zu stoppen. Im Unterschied zur Weltwirtschaftskrise von 1929 ist dies auch gelungen und allein das verdient großen Respekt.

Die Gefahr, die in diesen Rettungsmaßnahmen steckt, ist indes eine doppelte:

  • Zum einen haben viele den Ernst der Lage nicht erkannt und vertrauen blind darauf, dass der Staat schon intervenieren werde, wenn wieder etwas passiert – eine verhängnisvolle Einstellung!
  • Zum anderen wurden und werden die öffentlichen Haushalte als Folge der Interventionen massiv belastet und das, meine Damen und Herren, heißt nichts anderes als: Wir haben die Probleme noch nicht gelöst, sondern auf Schuldenbasis in die Zukunft verschoben.

Jeder von uns, der aktiv am politischen Geschehen teilnimmt, kann es spüren – das Unbehagen, das sich einstellt, wenn die Staatsver­schul­dung auf immer neue Rekordhöhen steigt, wenn die europäischen Stabilitätskriterien missachtet werden und wenn zugleich beteuert wird, nächstes Jahr, ja, nächstes Jahr, da würden wir dann wirklich beginnen, mit dem Sparen, mit der Haushaltskonsolidierung, mit der Schuldenbremse.

Jeder Unternehmer weiß, dass uns diese Politik noch übel aufstoßen wird. Und zwar in beiden Alternativen: wenn wir weiter Schulden machen, destabilisieren wir das Gemeinwesen, wenn wir es nicht mehr tun, werden unsere Gestaltungsmöglichkeiten in allen Politikbereichen, insbesondere aber im investiven Bereich, drastisch schrumpfen.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Teufelskreis? Es gibt, meine Damen und Herren, genau einen!

  • Nur und nur eine gesunde Entwicklung unserer Wirtschaft kann die Quadratur des Kreises leisten: die öffentlichen Haushalte zu sanieren ohne den Wirtschaftsstandort Deutschland kaputt zu sparen.
  • Nur eine gesunde Entwicklung unserer Wirtschaft kann die dafür nötige Wertschöpfung erzeugen.
  • Nur eine gesunde Entwicklung unserer Wirtschaft kann die soziale Stabilität garantieren, die längst zum größten Ausgabenblock unserer Gesellschaft geworden ist und
  • nur eine gesunde Entwicklung unserer Wirtschaft kann Beschäftigung sichern, die ihrerseits für eine gesunde Binnennachfrage, aber auch für das Gelingen der Erwerbsbiographien der Menschen unabdingbar ist.

Wissenschaftliche Studien zeigen auf, dass die Entscheidungen der Unternehmen in der Krise auch großen Einfluss auf die Zeit danach haben. Andersherum gesagt: Kurzfristige Überlebensstrategien garantieren selten langfristige Erfolge!

Eine banale Erkenntnis, werden Sie jetzt vielleicht denken. Mag sein. Doch was vielleicht manche Unternehmen nicht sehen: Die Rahmenbedingungen des weltweiten Wirtschaftens haben sich fundamental verändert und sie verlangen völlig neue Strategien. Neue Spieler auf den Weltmärkten, meist aus den Schwellenländern in Fernost oder Südamerika, fordern die alten Platzhirsche aus dem Westen kräftig heraus. Länder wie China oder Brasilien können mit niedrigen Personal- und Rohstoffkosten auftrumpfen.

Weder in der einen Disziplin – den Arbeitskosten – noch in der anderen – den Rohstoffen – können wir dieses Rennen gewinnen. Damit wächst für die westlichen Industrieländer der Druck,

  • nicht mit den Lohnkosten, sondern mit den Lohnstückkosten zu punkten, das heißt, ihre Produktivität zu steigern und
  • mit innovativen Produkten und Dienstleistungen den technologischen Führungsanspruch zu verteidigen,

um dauerhaft konkurrenzfähig und erfolgreich zu sein.

Die gute Nachricht, meine Damen und Herren, ist: Wir haben dieses Innovations-Potenzial. Nur wenige Länder können weltweit auf eine so lange und erfolgreiche Erfindertradition zurückblicken wie wir. Gerade unser Baden-Württemberg ist Jahr für Jahr Spitze bei den Patentan­meldungen.

Nur bei der Vermarktung im eigenen Lande hapert es oft. Denken Sie nur an den jetzt gepriesenen Hybridantrieb für Fahrzeuge. Er ist eine Entwicklung deutscher Ingenieure und wurde bereits 1973 erfunden! Doch nicht in Deutschland rollte das erste serienreife Auto mit dieser Technik vom Band. Nein, Japan hat uns die Show gestohlen.

Wir müssen darauf achten, dass sich so etwas nicht wiederholt! Es scheint so, dass es hierzulande oft schwer ist, gute Ideen in erfolgreiche Produkte umzusetzen. Zukünftig wird aber genau dies überlebens­wichtig.

Damit wir für die nächste Krise besser gerüstet sind, müssen sich unsere Unternehmen konsequent auf Innovationen ausrichten,

  • die Innovationsstrategie muss zur Unternehmensstrategie
  • der Innovationsprozess zum Unternehmensprozess und
  • die Innovationskultur zur Unternehmenskultur werden!

Die Politik kann uns das nicht abnehmen. Aber sie kann das Umfeld gestalten, in dem dies geschieht.

Dabei kann es nicht um Protektionismus gehen. Märkte abzuschotten, würde die globalen Trends im besten Fall verlangsamen, würde sie aber niemals stoppen können.

Konkrete Forderungen sind vielmehr,

  • die Forschung und Entwicklung zu unterstützen
  • den Gesetzes- und Bürokratiedschungel zu lichten
  • fairen und freien internationalen Wettbewerb sicherzustellen,
  • insbesondere den internationalen Schutz von Patenten und Kennzeichen zu intensivieren und
  • die Bildung in den Mittelpunkt unserer Anstrengungen zu stellen.

Wenn wir weiter Exportweltmeister bleiben wollen, müssen wir die Potenziale der globalen Arbeitsteilung nutzen. Bürokratie und legislativer Übereifer dürfen nicht im Wege stehen. Gesetzesflut und gut gemeinter, aber kontraproduktiver Regelungsaktivismus sind nur allzu oft das, was bei einem Motor die innere Reibung ist – sie produzieren Leistungs­verlust:

    • Innere Reibung eines Motors verzehrt Leistung, die dem Vortrieb nicht mehr zur Verfü­gung steht und folglich auch nicht auf die Straße kommt,
    • Bürokratie verzehrt Wirtschaftskraft, die so der volkswirt­schaftlichen Gesamtleistung entzogen wird.

Im technischen Bereich fordert die Reduktion der inneren Reibung das Talent der Ingenieure, im administrativen Bereich muss die Politik das in der Bürokratie verlorene Leistungspotenzial für die Volkswirtschaft zurückgewinnen.

Deutschland kann als rohstoffarmes Land nur dann als Innovations­standort bestehen, wenn sich der Anteil der Hochschulabsolventen an der erwerbstätigen Bevölkerung erhöht. Mit den Bachelor- und Masterstudiengängen ist da ein wichtiger Schritt eingeleitet worden. Auch wenn es, wie in den vergangenen Monaten offensichtlich wurde, noch an vielen Stellen „harzt” – die eingeschlagene Richtung stimmt und sollte auf keinen Fall aufgegeben, allenfalls nachjustiert werden. Ebenso auf der Aktivseite steht die Förderung von Eliteuniversitäten, wie wir sie mit der Universität in Konstanz in unserem IHK-Bezirk haben.

Meine Damen und Herren, die Zukunft verlangt noch mehr:

Die Parallelisierung von Arbeit und Bildung etwa. Unser Ausbildungssystem muss dem Rechnung tragen. Die Weiterbildung im und neben dem Beruf muss zum Standard werden. Praktiker müssen Zugang auch zu universitären Angeboten erhalten. Das lebenslange Lernen muss Normalität in der erwerbstätigen Bevölkerung sein, nicht das Privileg einiger weniger, bildungshungriger Menschen.

Praxisnähe aller Ausbildungsgänge sichert den späteren Berufserfolg. Sie gilt es zu vermitteln. Und damit sollten wir früh beginnen. Wir brauchen Technikunterricht in den Schulen ebenso wie Betriebs­wirtschaftslehre oder IT als Pflichtfächer. Wir müssen mehr Jungen und Mädchen für Technologie begeistern. Sie sind unsere Ingenieure, unsere Informatiker und Naturwissenschaftler von morgen!

Unsere IHK hat sich all dies zur Aufgabe gemacht. Wir gehen in die Schulen, unsere Unternehmen stehen mit Fachleuten und Know-how zur Verfügung, wir helfen den Lehrern, wo es nur geht. Die Berufs­wahlinitiative für Schulen, die wir zusammen mit der Landesstiftung Baden-Württemberg gestalten, hat sich zu einer landesweit erfolgreichen Aktion entwickelt. Viele Schulen haben sich zertifizieren lassen und als Zeichen ihres guten Angebotes das Berufswahlsiegel Boris von uns erhalten. Und in naher Zukunft wollen wir Absolventen der dualen Ausbildung ein veritables Hochschulstudium berufsbegleitend anbieten.

Meine Damen und Herren,

die Bildung ist wichtig für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes, keine Frage. Genau so wichtig ist eine moderne Infrastruktur. Überall dort, wo Verkehrsstraßen, Häfen und Flughäfen sind, dort entstehen wirtschaftliche Aktivität und Wohlstand. Die Wirtschaft braucht Verkehrsinfrastruktur, um agieren zu können.

Auch wenn es manch einer nicht wahrhaben will – das meiste, was in dieser Region erfolgreich produziert und international vermarket wird, lässt sich noch nicht als Anhang zu einer Email versenden. Es muss als fertiges oder halbfertiges Produkt ebenso transportiert werden wie zuvor die Rohstoffe, aus denen es hergestellt worden ist. Ob Arzneimittel, Achsaufhängung oder Apfelsaft – Produkte gehen ihren Weg entlang der Wertschöpfungskette und jede Stunde, die sie dabei aufgehalten werden, weil das Transportmittel im Stau steht oder am Zoll warten muss, ist eine verlorene Stunde für die Effizienz und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Nebenbei bemerkt – nicht selten ist es auch eine verlorene Stunde für den Umweltschutz, weil auch der modernste Antrieb die Umwelt belastet, wenn er im Stand emittiert, weil es mal wieder nicht vorwärts geht.

Erfreulich waren deshalb im vergangenen Jahr die Impulse aus der Politik, die mit den Konjunkturprogrammen ausgelöst wurden und deren Investitionen auch in den Bau und den Erhalt der Verkehrswege flossen.

Doch es muss mehr getan werden. Gerade in unserer Region. Nachdem der Verkehrsaufbau Ost nun abgeschlossen ist, sollten auch wieder mehr Gelder für den Ausbau der Infrastruktur im Westen investiert werden. Dazu gehört der dringend benötigte Ausbau der Hochrhein­autobahn. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass es uns im letzten Jahr gelungen ist, in diesem Zusammenhang einen Schulterschluss zwischen Kommunalpolitik und Wirtschaft herzustellen. Neun Bürgermeister der Kommunen am Hochrhein haben mit uns eine Erklärung unterzeichnet, in der der Realisierung der A98 oberste Priorität eingeräumt wird. Für die Wirtschaft ist diese Straße unverzichtbar. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, dass diese Straße möglichst schnell weitergeführt wird.

Meine Damen und Herren,

auch der Fachkräftemangel wird uns weiterhin beschäftigen. Um diesem Mangel Herr zu werden, müssen wir die Spezialisten von morgen selbst ausbilden. Die duale Ausbildung ist ganz ohne Zweifel ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.

Viele Firmen in unserer Region haben das erkannt. Das zeigen unsere Ausbildungszahlen. Das Ergebnis macht mich stolz und dankbar, denn es ist uns trotz Wirtschaftskrise gelungen, die Zahl der Lehrstellen auf dem gleichen, hohen Niveau des Jahres 2008 zu halten. Damit sind wir in Baden-Württemberg Spitze und dafür gilt Ihnen, unseren Mitgliedsunternehmen, aber auch den Ausbildungsbetreuern unserer IHK mein aufrichtiger Dank!

Es muss uns gelingen, die vielen gut ausgebildeten Frauen in das Berufsleben zurückzuholen. Wir dürfen dieses Potenzial nicht brachliegen lassen. Dafür brauchen wir dringend die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir dürfen die jungen Menschen bei der Frage „Beruf oder Familie” nicht allein lassen. Wir müssen ihnen die Chance geben, das sie Familie, Kinder, Beruf und Arbeit unter einen Hut bringen. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass wir in unserer Region viele Unternehmen haben, die sich mit diesem Thema aktiv befassen und ihre Mitarbeiter dabei unterstützen. In der Arbeit unserer IHK ist das Thema ein Schwerpunkt.

Meine Damen und Herren,

das letzte Jahr war ein in jeder Hinsicht denkwürdiges Jahr. Was uns das letzte Jahr dieses Jahrzehnts bringt, werden wir sehen. Eines ist jedoch klar: Um aus der Krise heraus zu kommen, bedarf es nicht nur konjunktureller Zuversicht und tatkräftigen Handelns der Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik. Es braucht auch das klare Bekenntnis aller Wirtschaftsakteure dazu, die Verantwortung und Haftung für das individuelle Handeln wieder stärker in den Vordergrund zu stellen. Aufsichtsräte, Kontrollbehörden, Frühwarnsysteme, Risikomanagement – sie alle mögen ihre Berechtigung haben. Am besten aber ist es doch, wenn jeder einzelne sein Handeln so ausrichtet, dass er es auch selbst verantworten und dafür einstehen kann. Damit wir unsere Anstrengungen wieder auf den primären Leistungserfolg konzentrieren können anstatt in der Krisenintervention, der hektischen Restrukturierung und der notwendigen Systemstabilisierung viel Zeit, Kraft und Geld zu verlieren.

Unsere IHK-Organisation hat sich für 2010 das Jahresthema „Stark für den Aufschwung” gewählt. Es soll als positive Botschaft für unsere Mitgliedsfirmen wirken. Wir wollen damit ein Zeichen setzen: nicht jammern darüber, was die hinter uns liegenden und für viele schwierigen Krisenmonate gebracht haben. Wir wollen die Ärmel aufkrempeln und daran arbeiten, dass es wieder besser wird. Dazu gehört, unsere Mitgliedsunternehmen zu unterstützen, wo es nur geht und nicht müde zu werden, ihre berechtigten Anliegen zu verteidigen. Die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten, das Eröffnen von Chancen auf den internationalen Märkten, die genannten Themen wie Unternehmens­gründung, Innovation und Bildung werden auch künftig Schwerpunkte unserer Arbeit sein. Schließlich gehören Sie zu unseren Kernkom­petenzen.

Meine Damen und Herren,

Sie sehen, es gibt eine Menge zu tun – gehen wir es an! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2010.

Und nun freue ich mich mit Ihnen auf unseren Kabarettisten Frank Fischer, der uns mit Auszügen aus seinem Programm „Deutsch als Fremdsprache” pointenreich unterhalten wird

DOKUMENT-NR. 14997

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