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IHK24

Keine Abkehr vom Freihandel

Wie hat sich das Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft in Zeiten von Finanzkrise und Rezession entwickelt? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrages von Professor Dr. Dr. Udo Di Fabio, seines Zeichens doppelt promovierter Jurist und Richter beim zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe.

Der prominente Referent war auf Einladung der IHK nach Konstanz gekommen. Vor rund 90 Gästen zeigte Di Fabio auf, welche Rolle der Staat in der Wirtschaftskrise spielen sollte und vor allem, welche nicht.

Dazu gehörten alle Tendenzen in Richtung Protektionismus. Staaten sollten sich hüten, in der Krise nur die nationale Perspektive zu betrachten, so Di Fabio, denn gerade Banken, die nun mit milliardenschweren Rettungspaketen gestützt werden, seien global vernetzt.

Ebenso sei eine Abkehr vom Freihandel hin zu einem Wirtschaftsprotektionismus absolut fatal, urteilte der prominente Jurist. Zwar ist für ihn die Marktwirtschaft das Nonplusultra für unser Gesellschaftssystem. Allerdings macht Di Fabio hier auch eine Einschränkung. Wenn sich der Markt und der Wettbewerb nur am schnellen Geld orientieren, dann müsse der Staat das Recht haben, regulierend einzugreifen. Dies dürfe aber nicht zu einer staatlich gelenkten Wirtschaft führen. An der „bürgerlichen Wirtschaftsordnung” solle der Staat nicht rütteln, denn für Di Fabio sind der Markt und die Freiheit der Menschen eng miteinander verbunden. Die Marktwirtschaft brauche wieder mehr ethisches Denken und Handeln. Der „ehrenwerte Kaufmann” und der „zuverlässige Bankier” seien mehr denn je gefordert, um verlorenes Vertrauen in der Wirtschaft wieder zurückzugewinnen. Daher plädiert Udo Di Fabio für ein Besinnen auf ethische Werte, dann könne die Krise eine Chance für die moralische Erneuerung der Wirtschaft und der Gesellschaft bedeuten.

DOKUMENT-NR. 12394

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