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STANDORTPOLITIK
Männer in Chefetagen bleiben lieber unter sich
Männer in deutschen Chefetagen bleiben lieber unter sich - Fähigkeiten wie Diplomatie oder Konsensfähigkeit nicht gefragt
Weibliche Eigenschaften sind in Chefetagen deutscher Firmen unerwünscht. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung German Consulting Group (GCG) unter 220 männlichen Führungskräften.
In der Erhebung äußerten 94 Prozent der Befragten die Einschätzung, dass "weibliche Talente" im Top-Management keinerlei Mehrwert für ein Unternehmen brächten.
Zu den typisch weiblichen Eigenschaften zählen die Manager Teamfähigkeit / Diplomatie (81 Prozent), Bescheidenheit (77 Prozent), Konsens- / Konfliktfähigkeit (75 Prozent), Begeisterungsfähigkeit (73 Prozent) und soziale Kompetenz (64 Prozent). Doch nur eine Minderheit der Befragten betrachtet diese Fähigkeiten als im Top-Management "unerlässlich".
Eine Spitzen-Führungskraft müsse vielmehr über Talente wie Entschlussfähigkeit, Delegationsfähigkeit, Durchsetzungskraft sowie Selbstvertrauen / Risikobereitschaft verfügen. Und genau diese Eigenschaften, so sind sich jeweils mehr als 70 Prozent der befragten Männer einig, seien eben "typisch männlich".
Nach Karrieretipps für Frauen gefragt, gaben 100 Prozent der Befragten an, dass eine Frau auf jeden Fall überdurchschnittliche Leistungen erbringen müsse, um die Chefetage zu erklimmen. 3 Prozent finden die Quotenregelung förderlich, 26 Prozent einen akademische Titel, 58 Prozent halten spezielle Förderprogramme für sinnvoll und 62 Prozent ein gutes Netzwerk.
73 Prozent der männlichen Führungskräfte empfehlen zudem "Mentorship" als Instrument der weiblichen Karriereförderung. Gleichzeitig geben jedoch 91 Prozent an, noch nie Mentor eines weiblichen Kollegen gewesen zu sein.
Dass rund 96 Prozent aller Vorstandsposten von Männern besetzt sind, ist nach Einschätzung der GCG-Berater eine Folge des "Closed Shop"-Prinzips: Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen völlig anders Geschäfte machten als Männer. Diese könnten die weibliche Vorgehensweise oft nicht nachvollziehen und blieben ganz einfach lieber unter sich.
Die Ergebnisse der Studie zum Download gibt es auf der Website von GCG.

