Die Zahl der Berufstätigen, die sich um hilfs- oder pflegebedürftige Angehörige kümmern, wächst. Dadurch wird auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege immer wichtiger. Ein neuer Leitfaden zeigt, wie das funktioniert.
Bereits heute gibt es in Deutschland 2,25 Millionen Pflegebedürftige. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden zu Hause versorgt, in neun von zehn Fällen durch die Angehörigen. Dabei ist knapp die Hälfte der etwa 4,6 Millionen Personen, die sich um hilfs- oder pflegebedürftige Angehörige kümmern, berufstätig. Eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, dass beinahe jedes zweite Unternehmen bereits Erfahrung mit Beschäftigten hat, die sich um Angehörige kümmern. Bei großen Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sind es sogar zwei Drittel. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege rückt somit immer stärker in den Fokus von Beschäftigten und Unternehmen. Viele Betriebe wissen dennoch bislang nicht, welches Ausmaß die Doppelbelastung von Beruf und Pflege annimmt und wie sie ihre Beschäftigten dabei unterstützen können.
Deshalb hat das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag den Leitfaden „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ erstellt. Dieser zeigt an Praxisbeispielen aus Unternehmen, worauf es bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ankommt. Zudem stellt der Leitfaden das von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder initiierte Familienpflegezeitgesetz vor, welches ab 2012 einen neuen Anreiz für Arbeitgeber schafft, ihren Beschäftigten die Pflege von Angehörigen zu ermöglichen.
Das Gesetz sieht vor, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren reduzieren – Minimum sind 15 Wochenstunden. Das Einkommen wird in dieser Zeit nur halb so stark gekürzt wie die Arbeitszeit. Ausgeglichen wird dies nach der Pflegephase: Dann arbeiten die Beschäftigten wieder in vollem Umfang und erhalten so lange das gekürzte Gehalt, bis das Zeitwertkonto ausgeglichen ist.
Den Leitfaden können Sie hier herunterladen: www.erfolgsfaktor-familie.de/wissensplattform
Quelle: Erfolgsfaktor Familie