Baden-Württemberg ist ein Forschungsstandort von internationaler Spitzenklasse. Durch ihre Technologiekompetenz und Innovationsstärke ist es den Unternehmen bislang gelungen, sich im internationalen Wettbewerb durchzusetzen. Herausgefordert vom Strukturwandel und der Globalisierung muss das Land diese traditionelle Stärke jedoch immer weiter entwickeln, um seine Spitzenposition zu behaupten. Dieses wird der baden-württembergischen Wirtschaft nur gelingen, wenn sie auch künftig aus einem ausreichenden Potenzial von hervorragend ausgebildeten und weiterqualifizierten Fachkräften schöpfen kann.
Zwar wird es, wie derzeit, auch künftig immer wieder konjunkturelle Schwächephasen geben, in denen der Bedarf an Fachkräften geringer als das Angebot ausfallen wird. Es wäre jedoch ein großer Fehler, sich ausschließlich an solchen kurzfristigen Entwicklungen zu orientieren. Schließlich wird man nicht von heute auf morgen zur Fachkraft. Auch Bildungsangebote lassen sich nicht einfach aus dem Boden stampfen. Die Südwestwirtschaft wird weiterhin Fachkräfte brauchen. Dafür spricht nicht nur die demografische Entwicklung, sondern auch der Trend zu immer anspruchsvolleren Arbeitsplätzen. Hoch produktives und innovatives Personal wird auch künftig der wichtigste Trumpf der hiesigen Unternehmen im internationalen Wettbewerb bleiben.
Welche Qualifikationen in welcher Zahl künftig gebraucht werden, ist jedoch schwer zu beantworten. Die baden-württembergischen IHKs haben deshalb die Entwicklung von Fachkräfteangebot und -nachfrage bis zum Jahr 2020 im Land und in den zwölf IHK-Regionen vom Lehrstuhl von Prof. Bert Rürup an der TU Darmstadt untersuchen lassen. Die Ergebnisse dieser Analyse stehen jetzt als Webanwendung zur Verfügung. Mit diesem Werkzeug kann gezeigt werden, wie sich unter bestimmten Annahmen Fachkräfteangebot und -nachfrage in 14 Branchen und 50 Berufsgruppen in den kommenden zwölf Jahren entwickeln werden.
Die Webanwendung bietet
- Jugendlichen eine Orientierung bei der Berufswahl und Karriereplanung,
- Unternehmen Hinweise darüber, mit welchen Entwicklungen sie rechnen müssen,
- Bildungsanbietern Unterstützung bei ihrer Angebotsplanung sowie
- der Politik eine Basis für die Planung der Bildungsinfrastruktur.
Obwohl der demografische Wandel erst nach 2020 mit seiner ganzen Wucht zuschlagen wird, kommt es in vielen Berufen auch schon weit vor dem Jahr 2020 zu erheblichen Fachkräfteengpässen. Es bedarf somit schon heute erheblicher Anstrengungen aller Beteiligten, um den Fachkräfteschatz in Baden-Württemberg zu halten und zu vermehren, auf dem der heutige Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes basiert.
Webanwendung Fachkräfte 2020 in Baden-Württemberg