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Grafiken zum Artikel Demografie
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Datenblatt
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STANDORTPOLITIK
Fachkräftemangel? – Die schwierigen Jahre kommen erst!
IHK Hochrhein-Bodensee wertet neueste Bevölkerungsprognosen für den deutsch-schweizerischen Grenzraum aus
Der konjunkturelle Aufschwung 2007 hat nach Jahren der Stagnation endlich auch die Arbeitsmärkte erreicht. Die Arbeitslosenzahlen sinken auf breiter Front. Immer mehr unbesetzte Stellen werden gemeldet und die Chancen für gut ausgebildetes Fachpersonal haben sich am Arbeitsmarkt spürbar verbessert. Zwei grundlegende Strukturprobleme löst diese positive Entwicklung allerdings nicht. Zum einen verbessert sich die Arbeitsmarktlage für schlecht qualifizierte Erwerbstätige nur unwesentlich. Zum anderen wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Dies gilt ganz besonders für die Wirtschaft in der Region Hochrhein-Bodensee, die auf den regionalen Arbeitsmärkten in einem harten Wettbewerb mit den Unternehmen in der benachbarten Schweiz steht. Alleine seit 2000 hat die Zahl der Grenzgänger am Hochrhein um 9.000 Personen, also um rund ein Drittel zugenommen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich dieses Arbeitsmarktproblem weiter zuspitzen.
Verluste im Ländlichen Raum
Analysen der IHK Hochrhein-Bodensee zu den im Frühjahr 2007 publizierten neuesten Bevölkerungsprognosen der statistischen Ämter zeigen interessante Einzeltrends auf. So wird sich bis zum Jahre 2025 die Zahl der Einwohner (EW) in der Region Hochrhein-Bodensee nur unwesentlich verändern und bei rund 660.000 EW liegen. Aufgrund von Wanderungsgewinnen können die Geburtenrückgänge bis zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend ausgeglichen werden. Hiermit liegt man im allgemeinen Landestrend und deutlich besser als im Bundesdurchschnitt. Die Entwicklung in den einzelnen Teilgebieten der Region Hochrhein-Bodensee dürfte jedoch sehr unterschiedlich verlaufen. Den Prognosen zufolge wird der Landkreis Konstanz mit dem Bodenseeraum zu den Gewinnern, der Landkreis Waldshut mit seinen ländlich geprägten Teilgebieten zu den Verlierern dieser Entwicklung zählen. Im Landkreis Lörrach halten sich die positiven und negativen Trends in den Städten und Gemeinden die Waage.
Zuwanderungsland Schweiz
Die neuesten Bevölkerungsszenarien des eidgenössischen Bundesamtes für Statistik für die Schweizer Grenzkantone gehen ganz überwiegend von einem starken Bevölkerungswachstum durch hohe Wanderungsgewinne bis 2025 aus. Einzige Ausnahme ist die Stadt Basel, die voraussichtlich weiter Einwohner verlieren wird (2025 nur noch 175.000 EW). Besonders deutlich sind die erwarteten Einwohnerzuwächse für Zürich (zwölf Prozent) und die benachbarten Kantone Aargau und Thurgau (jeweils elf Prozent). Wie sich diese Zuwanderung in die wachstumsstarken Schweizer Nachbarkantone auf die Regionalentwicklung im deutschen Grenzraum langfristig auswirken wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren haben hierauf ebenso maßgeblichen Einfluss.
Erwerbspersonenzahl sinkt
Die Zahl der 20- bis 65-jährigen Personen wird in den nächsten 20 Jahren dem Allgemeintrend folgend auch in der Region Hochrhein-Bodensee leicht abnehmen. Ein unverändertes Erwerbsverhalten vorausgesetzt würde dies einem Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials mit sich bringen. Dies gilt mit Ausnahme des Großraums Zürich/Aargau/Thurgau in abgeschwächter Form auch für die Schweizer Grenzkantone. Vor allem in der Stadt Basel wird bis 2025 das Erwerbspersonenpotenzial deutlich um acht Prozent sinken.
Immer mehr ältere Mitarbeiter
Die größte Herausforderung für die Unternehmen in der Region stellt jedoch die geradezu dramatische Veränderung in der altersmäßigen Zusammensetzung ihres Personals dar. Während die Altersgruppen 18 bis 25 Jahre, 25 bis 40 Jahre und 40 bis 50 Jahre durchweg deutlich schwächer besetzt sein werden, wächst die Zahl der Personen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren sprunghaft an. In der Region Hochrhein-Bodensee bis 2025 um über 31 Prozent. Diese Trends gelten ohne Einschränkung für Deutschland und die Schweiz gleichermaßen.
Betriebliche Konsequenzen
Bei allen Unwägbarkeiten, die Prognosen letztlich anhaften, steht bereits heute fest, dass die Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee bei der Akquisition von Fachkräften zukünftig besonders große Probleme haben dürften. Die demografische Entwicklung im deutsch-schweizerischen Grenzraum wird den bereits vorhanden Druck erhöhen, da die Zahl der jungen Erwerbspersonen unter 25 Jahren und die berufserfahrene Gruppe der 40- bis 50-jährigen bis 2025 deutlich sinken und parallel hierzu die Zahl der älteren Erwerbspersonen sprunghaft ansteigen werden. Es müssen daher zukünftig alle Anstrengungen unternommen werden, mehr Jugendliche für eine qualifizierte Ausbildung zu gewinnen und das große Potenzial gut ausgebildeter Frauen besser als bislang geschehen für das Erwerbsleben zu erschließen. Fest steht auch, dass sich die Gesellschaft den Luxus der Frühverrentung für den Personenkreis 55 plus mit Sicherheit nicht mehr wird leisten können. Vor allem aber gilt es, die betriebliche Weiterbildung in den Mittelpunkt der strategischen Personalplanung in den Unternehmen zu stellen. Schließlich wird auch die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung einmal mehr auf dem Prüfstand stehen.

