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Grafiken zum Wirtschaftsbericht Jahreswechsel 2011/2012
(PDF, 796 KB) (Dokument-Nr.: 104000)
STANDORTPOLITIK
Wirtschaftsbericht Jahreswechsel 2011/2012
Aktuelle Geschäftslage top – Erwartungen zwiespältig
Handel- und Dienstleistungsbereich übernimmt Rolle als Jobmotor
Schopfheim/Konstanz. Die Wirtschaft in der Region Hochrhein-Bodensee zeigt sich auch zum Jahresbeginn 2012 in einer guten Verfassung. Die aktuelle Geschäftslage in den Unternehmen im IHK-Bezirk Hochrhein-Bodensee könnte besser kaum sein. Der von der IHK errechnete Konjunkturklima-Index ist nach der Eintrübung der Herbstumfrage 2011 wieder auf 136 Punkte gestiegen. Insbesondere im Handels- und Dienstleistungsbereich sind die Erwartungen für die nächsten Monate sehr positiv. Erfreulich ist zudem die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Als großes Risiko für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft werden die Energie- und Rohstoffpreise gesehen.
Geschäftslage glänzend
Getragen von einem sehr guten Jahresendspurt 2011 zeigt sich die Gesamtlage der Unternehmen in der Region wieder hervorragend. Der in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK ermittelte Wert für die Geschäftslage in der Region hat sich zum Jahreswechsel nochmals auf einen Wert von 160 Punkten verbessert und damit den Spitzenwert aus der vorangegangenen Umfrage wiederum übertroffen.
Handel und Dienstleistungsbereich weiter im Höhenflug
Wie im gesamten Jahr 2011 präsentieren sich die Handels- und Dienstleistungsunternehmen in einer außerordentlich guten Verfassung. Die anhaltend gute Geschäftslage, wurde im Handel auch durch ein gutes Weihnachtsgeschäft bestätigt. Insgesamt sprechen 76 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen von einer guten Geschäftslage, gerade noch drei Prozent schätzen die momentane Lage als schlecht ein.
Und auch die Ertragslage hat sich im Handel und Dienstleistungsbereich weiter verbessert. Mittlerweile sprechen mehr als 61 Prozent der Unternehmen von einer guten Ertragslage. Dies ist ein deutliches Plus gegenüber den Ergebnissen im Herbst 2011. Und auch der Anteil der Betriebe, die ihre Ertragslage als schlecht bezeichnen hat sich auf unter vier Prozent verringert.
Im Vergleich zu den Vorquartalen hat sich die Lage im Handel und Dienstleistungsbereich damit wiederum deutlich verbessert.
Industrie mit leichter Verschnaufpause
Die aktuelle Geschäftslage bei den Industrieunternehmen im Kammerbezirk ist sehr gut, bewegt sich aber nicht mehr im Bereich historischer Höchstwerte. Dennoch fällt die Einschätzung auch hier wiederum sehr positiv aus. Noch immer beurteilen rund 49 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage mit „gut“, weitere 41 Prozent mit „befriedigend“. Der Anteil der Unternehmen die ihre momentane Lage als „schlecht“ bezeichnen liegt bei zehn Prozent. Und auch die Umsätze im In- und Ausland sind gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie erhöhte sich geringfügig auf nunmehr 88 Prozent – einem sehr hohen Niveau.
Die derzeitigen Auftragseingänge zeigen sowohl im Inland als auch im Ausland eine gleichbleibende Tendenz. Zuwachsraten wie noch vor einem Jahr sind aus Sicht der Industriebetriebe nicht zu erwarten.
Erwartungen für die kommenden Monate geteilt
Bei den Erwartungen über die zukünftige Geschäftsentwicklung zeigt sich in der Region ein zweigeteiltes Bild. Während die Handels- und insbesondere die Dienstleistungsbetriebe größtenteils mit weiter verbesserten Geschäftsentwicklungen rechnen, zeigen sich die Industrieunternehmen der Region eher skeptisch. Rund 55 Prozent der Industriebetriebe geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Betriebe, die eine bessere Geschäftsentwicklung voraussehen (22 Prozent), und Betriebe mit negativen Erwartungen (23 Prozent), halten sich in etwa die Waage.
Beflügelt von einer sehr guten Konsumstimmung sieht sich der Handel und Dienstleistungsbereich weiter auf einem hervorragenden Weg. Demgegenüber zeigen bei den hiesigen, sehr stark exportorientierten Industrieunternehmen, die zuletzt allgegenwärtigen negativen Einschätzungen gegenüber den Entwicklungen der Märkte in Europa, Nordamerika und Asien Wirkung. Die Tendenz des zweiten Halbjahres 2011 setzt sich bei den Erwartungen damit fort.
Weiter steigende Inlandsinvestitionen
Beim Blick auf die Investitionen zeigt sich die nachhaltig positive Stimmung der regionalen Wirtschaft. So planen rund 83 Prozent aller an der Umfrage beteiligten Unternehmen gleichbleibende oder steigende Inlandsinvestitionen. Gleichzeitig verharrt die Zahl der Unternehmen, die in den nächsten Monaten keine Investitionen im Inland planen weiterhin unter drei Prozent. Eine Kennzahl, die in der vorliegenden Umfrage ebenfalls sehr positiv ist, ist das Verhältnis der erwarteten Inlandsinvestitionen zu den Abschreibungen. So rechnen 46 Prozent der Betriebe in 2012 mit höheren Inlandsinvestitionen als Abschreibungen. Ein weiteres Drittel der Unternehmen geht von gleich hohen Investitionen und Abschreibungen aus. Ein guter Wert, der in der Region höher ausfällt als in Baden-Württemberg insgesamt. Eingesetzt werden sollen die Mittel zur Beschaffung von Ersatzbedarf, in der Industrie auch für Rationalisierungsmöglichkeiten, im Handel und Dienstleistungsbereich zudem für geplante Kapazitätserweiterungen.
Ungefähr ein Drittel der Unternehmen planen in diesem Jahr im Ausland zu investieren, dabei werden die Ausgaben gegenüber dem Jahr 2011 aber nur leicht ansteigen.
Zielgebiete der Auslandsinvestitionen sind vorwiegend die Staaten der EU-15. Die Investitionen in diesen Staaten dienen vordringlich dem weiteren Ausbau des Vertriebs- bzw. des Kundendienstes.
Handel und Dienstleistungsbereich als Jobmotor
Trotz der in der IHK-Region in den letzten Wochen angekündigten Entlassungen in einigen Großbetrieben gibt es keine Anzeichen für einen generellen Arbeitsplatzabbau. Im Gegenteil. So rechnen rund 29 Prozent aller Unternehmen mit weiter steigenden Beschäftigtenzahlen in ihren Betriebsstätten vor Ort. Der Großteil der Unternehmen, rund 60 Prozent, geht von einer gleichbleibenden Mitarbeiterzahl für die kommenden zwölf Monate aus. Deutlich ist jedoch, dass ein Beschäftigungsaufbau in erster Linie im Handel und Dienstleistungsbereich zu erwarten ist. Hier wollen rund 43 Prozent der Unternehmen weiter Personal einstellen. Bei den antwortenden Industriebetrieben sind dies 15 Prozent. Umgekehrt geben aber rund 20 Prozent der Industrieunternehmen an, in den kommenden Monaten ihre Beschäftigtenzahlen tendenziell reduzieren zu wollen. Im Handel und Dienstleistungsbereich sind es gerade einmal rund vier Prozent der Unternehmen, die hierüber nachdenken. Damit untermauert der Handel und Dienstleistungsbereich seine Rolle als wichtiger Jobmotor in der Region.
Energie- und Rohstoffpreisentwicklung dringendstes Problem
Die hohen Energie- und Rohstoffpreise stellen das meistgenannte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen der Region dar. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen (53 Prozent) wird von diesen Faktoren in ihrer Tätigkeit sehr stark beeinflusst. Reagieren wollen die Unternehmen in erster Linie mit der Optimierung der Rohstoff-/Energiebeschaffung (51 Prozent). Aber auch die Weitergabe der zusätzlichen Kosten an die Kunden (38 Prozent) ist eine logische Konsequenz der kontinuierlich gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe in den letzten Monaten. Und immer mehr Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz in ihrem Betrieb (32 Prozent). Nicht zuletzt aufgrund des von der Bundesregierung beschlossenen stufenweisen Ausstiegs aus der Atomenergie bis 2022 sowie dem damit verbundenen Ausbau der regenerativen Energien und des Stromnetzes ist mit einem weiteren allgemeinen Preisanstieg zu rechnen. Der effizientere Umgang mit Energie – aber auch mit Rohstoffen allgemein – wird zukünftig ein zentrales Thema werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben müssen die Unternehmen der Region dies verstärkt in den Fokus ihrer Bemühungen stellen. Aus diesem Grund hat die IHK-Organisation für 2012 das Jahresthema „Energie und Rohstoffe für morgen“ gesetzt. Mit Informationen und Hilfestellungen wird sich die IHK verstärkt dafür einsetzen, dass ihre Mitgliedsbetriebe sich um dieses Thema kümmern.

