Veranstaltungsnachlese

Crowdfunding - Themenschwerpunkt des IHK-Aktionstag 2017

Gründen mit Hilfe der Crowd ist oftmals mit Fragen und Unsicherheiten verbunden. Um dem entgegenzuwirken und die Möglichkeiten mit der Crowd abzubilden, veranstaltete die IHK Hochrhein-Bodensee einen Aktionstag für Startups. Gründerinnen und Gründer konnten sich vor Ort über das Thema informieren und gezielt Fragen stellen.
Nachdem Alexander Vatovac, Existenzgründungsberater bei der IHK Hochrhein-Bodensee, die rund 70 Gäste begrüßt hatte, erläuterte Markus Sauerhammer, wie mit der Crowd sicherer geründet werden kann. Markus Sauerhammer ist bei der Startnext Crowdfunding GmbH Berlin für die Kooperationen zuständig. Startnext ist die größte Crowdfunding-Community für kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups im deutschsprachigen Raum.
Der erste Schritt beim Crowdfunding besteht darin, die eigene Idee in einem Video zu erklären und vorzustellen. Im Zentrum steht dabei das Nutzenversprechen, also der Mehrwert des Produkts, für die Kunden. Auch die Eckdaten einer Kampagne sind festzulegen. Wie lange soll die Kampagne laufen und welches Finanzierungsziel wird angestrebt. Frühzeitig sollte auch eine Community aufgebaut werden. Für das so genannte Crowdbuildung ist die Idee von Beginn an über soziale Netzwerke und andere Medien zu kommunizieren. Das Ziel ist eine möglichst große Fangemeinde aufzubauen, wodurch die Reichweite des Produkts vergrößert wird und ein Kundenstamm entsteht. Crowdfunding funktioniert nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Läuft die festgelegte Laufzeit ab und es konnten nicht genügend Unterstützer gewonnen werden, ist die Kampagne zu Ende.
Beim sogenannten „Reward-based Crowdfunding“ investieren die Unterstützer Kapital in eine Idee oder ein Projekt und erhalten im Gegenzug ein Dankeschön zum Beispiel in Form eines Prototypens. Diese Strategie komme einem Markttest gleich, erläuterte Markus Sauerhammer. Genau darin liegt eine weitere Stärke des Crowdfundings. Crowdfunding basiert auf der Interaktion mit potentiellen Kunden, diese werden von Anfang an miteinbezogen und werden so ein Teil der Idee. Der Experte bezeichnete diesen Prozess als Crowdsourcing. Die Idee wird gemeinsam mit der Crowd weiterentwickelt und unterliegt dem ständigen Feedback der Menge. Markus Sauerhammer sieht daher in Crowdfunding nicht ausschließlich die Möglichkeit zur Finanzierung einer Idee, sondern sogleich ein Instrument zur Einführung eines Produkts. „Hat man es einmal geschafft die Crowd zu überzeugen, steht diese meistens kontinuierlich und mit voller Unterstützung hinter der Idee“, endete Markus Sauerhammer.
Das Potenzial der Crowd entdecken auch zunehmend klassische Finanzierungsgeber. Sandra Hockun von der L-Bank Baden-Württemberg stellte mit der „MikroCrowd“ ein neues Finanzierungsprogramm der L-Bank vor, bei dem ein Förderdarlehen mit Crowdfunding kombiniert wird. Dieses Produkt ist vor allem für Gründer mit einem kleineren Finanzierungsbedarf von bis zu 10.000 Euro interessant. Dadurch werden die Vorteile beider Finanzierungsarten miteinander verbunden.